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Workshop: Tonung




Getonte Graustufenbilder gab es schon lange vor der Digitalfotografie. Altgediente Dunkelkammerexperten wissen noch ein Lied davon zu singen, wie es damals war: Da tunkte man seine kostbaren Abzüge in selbstangemischte Bäder die aus allerlei  im Großhandel erstandenen Chemikalien bestanden. Bis die Ergebnisse einigermaßen steuerbar waren, hatte man sich mehrere Nächte im abgedunkelten Badezimmer um die Ohren geschlagen. Aber dann, dann war man in der Lage die Früchte seiner Aufnahmekunst mit einem vielleicht nicht genau aber doch dosierten Bromschimmer zu überziehen und sie so aussehen zu lassen, als kämen sie aus einer anderen längst vergangenen Zeit. Und noch einmal ein paar Nächte später hatte man sich sogar mit der schwierigen Blaufärbung vertraut gemacht. Oder mehrere Verfahren kombiniert. Oder eine neue Chemiemischung kreiert, die wiederum nächtelange Beschäftigung nach sich zog.

Aus heutiger, digital aufgeklärter Sicht muten solche Erzählungen an, als müßten seitdem Jahrzehnte vergangen sein. Sind sie aber nicht. Allenfalls ein paar Jährchen. Was sich unendlich beschleunigt hat, ist die Zeitspanne zwischen Idee und umgesetztem Ergebnis. Mit Programmen wie Photoshop ist sie auf Sekunden geschrumpft. Möglichkeitsumfang und Arbeitsgeschwindigkeit moderner Bildbearbeitungsprogramme treiben alten Laborhasen im ersten Moment die Tränen in die Augen. Keine Abzüge für Testreihen, die man vorher machen muss. Keine Chemikalien, die man zu kaufen vergessen hat. Kein Warten mehr auf den Einbruch der Dunkelheit, bevor es losgeht. Und man gibt nur die gelungenen Ergebnisse aus. Es sind Freudentränen. 


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.



1.   Einfach getönt



Um ein Schwarzweißfoto farblich aufzupeppen, müssen Sie zunächst einmal den Farbmodus des Bildes verändern. Normalerweise sind Graustufenbilder wie das, was Sie auf unserer CD finden, auch im Graustufenmodus abgelegt. Zur Bearbeitung des Bildes mit Farben ist es notwendig, einen der Farbmodi zu wählen, die sich im Menü „Bild“ unter „Modus“ befinden.  Ob Sie sich für Lab, RGB oder CMYK entscheiden, ändert das Ergebnis zunächst einmal nicht. Um das Bild hinterher auf einem Foto- Tintenstrahldrucker auszugeben, empfiehlt sich bei vielen Modellen der RGB- Modus, weil der Drucker die Bilddaten seinen Ausgabeoptionen entsprechend vor dem Druck umrechnet.



Anschließend rufen Sie im Menü „Bild“ unter „Einstellen“ den Dialog „Farbton/ Sättigung...“ auf und schalten per Mausklick die Funktion „Kolorieren“ ein.



Über den Farbtonregler bestimmen Sie nun eine Tonungsfarbe und benutzen den Sättigungsregler zur Steuerung der Effektintensität.

Und schon sind Sie fertig. Keine schmutzigen Hände, keine Chemieausdünstungen und hochpräzise Einstellungsmöglichkeiten.


2. Farbkombinationen



Wenn Sie den Effekt um weitere Farben anreichern möchten, ziehen Sie die „Hintergrundebene“ in der Ebenenpalette auf das Abreißblocksymbol am unteren Rand.



Nun sehen Sie in der Palette zwei gleiche Ebenen übereinanderliegen. Färben Sie die obere Ebene wie im letzen Schritt erläutert um. Durch Verändern des Verrechnungsmodus der Ebene erhalten Sie schnell unterschiedliche Versionen davon, wie Ihr Ergebnis aussehen kann.



Zur Abschwächung des erzeugten Effekts verändern Sie die Deckkraft der Ebene.


3. Verlaufstönung



Wer es gerne noch etwas poppiger hätte, legt über einen Klick auf das Abreißblocksymbol in der Ebenenpalette eine neue leere Ebene an. Diese füllen Sie mit einem Verlauf. Dazu klicken Sie zunächst einmal doppelt auf das Verlaufswerkzeug und gehen dann in die Werkzeugoptionen. Hier legen Sie die Verlaufsform „Transparenter Regenbogen“ in der Art „Kreisförmig“ fest.



Anschließend klicken Sie an die linke obere Ecke des Bildes, halten die Maustaste gedrückt, und ziehen den Verlauf nach unten rechts auf.



Die neue Ebene verrechnen Sie mit dem Modus „Farbton + Sättigung“ mit der darunterliegenden und korrigieren je nach Geschmack die Deckkraft.


4. Poster



In den Zeiten des Pop- Art war es zumindest in den Kreisen jugendlicher Bewahrer rebellischen Gedankenguts en vogue sich die Zimmerwände mit knallbunten Postern seiner Idole zu pflastern. Auch solcherart Reminiszenzen an vergangene Kommunardentage lassen sich mit Photoshop im Handumdrehen zaubern.

Öffnen Sie dazu wiederum das Ausgangsbild von der CD und konvertieren es in den RGB- Modus. Um das Bild in eine hart kontrastierte Schwarzweißgrafik zu verwandeln, rufen Sie im Menü „Bild“ unter „Einstellen“ den Dialog „Schwellenwert...“ auf. Durch Verschieben des  Reglers am unteren Rand des Tonwerthistogramms stellen Sie ein, ab welcher Helligkeitsstufe das Programm die Tontrennung von Schwarz nach Weiß vornimmt.



Über den Dialog „Farbton/ Sättigung...“ bestimmen Sie - wie zuvor - Farbe und Intensität. Damit sich die Einstellungen auf den weißen Hintergrund auswirken, verschieben Sie zusätzlich den Regler für die Helligkeit in den Negativbereich.

von Christoph Künne
Großefehn schrieb am 23.11.2007 22:03
Dein Kommentar
So sieht man "alte Bekannte" noch einmal wieder ( Artikel in Computer-Foto Mai 1999)
Aber warum auch nicht, nützlich ist es ja auch heute noch
annakonda12 schrieb am 23.11.2007 16:47
Klasse gemacht!
Leider funktioniert der
link "Artikel als PDF" nicht....
Gruß

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