Workshop: Stimmung abdunkeln
Manche Motive entwickeln ihren Charme einfach nicht im Sonnenlicht. Diese Weisheit gilt besonders für tendenziell morbide Sujets, für alte oder verfallene Bauwerke und für karge, spröde Landschaften. Hier möchte man einen Himmel sehen, der ein bedrohliches Unwetter verheißt, will später noch die düstere Stimmung beim Betrachten des Bildes fühlen, möchte jenes einmalige Licht vorfinden, das trotz nahender Dunkelheit die Einzelheiten von Strukturen plastisch herausarbeitet. Doch diese Stimmung, die einer Romanvorlage Edgar Allan Poes entnommen sein könnte oder zumindest an die Verfilmungen transsilvanischer Aristokratensagen erinnert, findet man in ihrer natürlichen Form selten vor. Und ganz bestimmt nicht, wenn man auf Reisen in fremden Ländern auf solche Motive trifft. Meist sieht man einfach nur ein altes Gemäuer, mehr oder weniger sonnebeschienen, aber in keiner Weise unheimlich oder bedrohlich. Auf den ersten Blick nicht die Spur einer Chance für ein eindrucksvolles Foto. Wahre Meisterschaft besteht darin eben hier ein eindrucksvolles Bild zu schaffen. Vor zehn Jahren noch brauchte man neben der Idee zum Bild viel Zeit, die man mit Warten auf die richtigen Lichtbedingungen und bei der Nachbearbeitung des unvollkommenen Ausgangsmaterials in der Dunkelkammer verbracht. Heute reicht es, das Bild in einer adäquaten Perspektive aufzunehmen, es richtig zu belichten und - zurückgekehrt an den heimischen Rechner - alle weiteren Kunstgriffe in Photoshop vorzunehmen. Das Repertoire der nun noch erforderlichen Arbeiten bleibt dabei eigentlich ganz übersichtlich: Wo kein eindrucksvolles Wolkenspiel am Himmel stattfindet, muss man eins künstlich erzeugen, der unnatürliche Schärfeeindruck will subtil eingearbeitet sein und das Farbenspiel soll zur Wetterlage passen. Alles kein Problem, wenn man die Ebenetechnik sicher beherrscht.
Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.
Der Himmel
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Unser Ausgangsbild zeigt eine schottische Natursteinkirche vor fadem leicht bewölktem Himmel. Um den Himmel zu bearbeiten müssen Sie ihn zunächst auswählen. Um dabei ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erhalten, kombinieren Sie zwei Auswahlmethoden: Wechseln Sie zuerst in den Blaukanal und wählen dort mit dem Zauberstabwerkzeug die große Himmelsfläche aus. Durch die Separationseigenschaften des Farbkanals können Sie den Großteil des Himmels bei geringer Zauberstabtoleranz mit einem oder wenigen Klicks auswählen. Dann fügen Sie der Auswahl die Pflanzen rechts und links am Bildrand hinzu. Benutzen Sie dazu das Lasso oder die Rechteckauswahl.
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Die Bereiche zwischen den Pflanzen selektieren Sie dann mit dem Dialog "Farbbereich auswählen" aus dem Menü "Auswahl".
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Kehren Sie nach der erfolgreichen Auswahlbearbeitung zur RGB-Composit-Ansicht zurück, kopieren den Himmel und setzen ihn als neue Ebene wieder ein. Diese neue Ebene bearbeiten Sie mit dem "Kanalmixer", den Sie im Menü "Bild" unter "Einstellungen" finden. Aktivieren Sie hier den Modus "Monochrom" und versuchen Sie bereits aus der RGB-Kanalinformation ein möglichst facettenreiches Wolkenbild zu gewinnen.
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Die weitere Bearbeitung nehmen Sie mit den Gradationskurven vor. Steilen Sie hier den Tonwertverlauf ein wenig auf, indem Sie die Schattierungen der Lichter und Tiefen einschränken.
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Durch die Änderung der Füllmethode, mit der die obere auf die untere Ebene gelegt wird, passen Sie das neu erzeugte Wolkenwerk in das Ausgangsbild ein. Wählen Sie den Modus "Luminanz" und variieren Sie die Deckkraft.
Monochrome Kopie
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Nun ist unser Himmel zwar dramatisch, passt aber eigentlich nicht mehr richtig zum Vordergrund. Für eine Anpassung wechseln Sie zur Hintergrundebene, rufen im Menü Auswahl den Befehl "Erneut wählen" auf und kehren die Auswahl anschließend um. Auch diese neu erzeugte Ebene bearbeiten Sie zunächst mit dem Kanalmixer und den Gradationskurven, um eine Ihren Vorstellungen entsprechende Grauwertkopie zu erhalten. Beachten Sie, die hellen im Tonwertumfang nicht zu beschränken, wohingegen Sie die dunklen zuziehen. So passen sich die verhältnismäßig dunklen Bäume besser in den Himmel ein und die Struktur der Natursteine bleibt erhalten.
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Für die Verrechnung der neuen Ebene mit dem Originalbild bieten sich eine Reihe unterschiedlicher Füllmethoden an, die jeder nach seinem Geschmack und nach dem angestrebten Ausgabezweck wählen sollte. Eine subtile Kolorierung entsteht, wenn Sie im Modus "Normal" einfach die Deckkraft verringern. Mit "Multiplizieren" erhalten Sie ein sehr dunkles Bild, das sich so allenfalls noch auf einem Bildschirm, nicht aber im Druck wiedergeben lässt. "Hartes Licht" hat ein etwas kontrastreicheres Ergebnis als "Luminanz".
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Zur Hervorhebung der Steinstruktur wählen Sie aus dem Menü "Filter" unter "Scharfzeichen" ´den Dialog "Unscharf maskieren". Geben Sie hier einen hohen Stärkewert bei geringem Radius und einem Schwellenwert von Null ein. Achten Sie darauf, die Scharfzeichnung nicht zu unnatürlich aussehen zu lassen.
Farbanpassung
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Natürlich bietet es sich an, die Farbigkeit des Bildes noch ein wenig zu beeinflussen. Legen Sie zu diesem Zweck an oberster Stelle der Ebenenhirarchie eine Einstellungsebene der Art "Farbton/Sättigung" an. Hier variieren Sie gleichzeitig die Farbgebung des ganzen Bildes und die Intensität des Farbauftrags.
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Mit dem Anklicken des Schalters "Färben" verwandeln Sie das Bild ganz einfach in ein nach Ihren Vorstellungen getontes Graustufenfoto.














wenn du dich nicht einloggst.
(bei mir jedenfalls)
Werner L.
Peter
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