Workshop: Stimmung aufhellen
![]() |
Bei Fotovorhaben an der frischen Luft ist gegen schlechtes Wetter niemand gefeit. Ganz besonders nicht, wenn man sich im mittleren und oberen Bereich der nördlichen Welthalbkugel befindet. Auch professionelle Reisefotografen, die solche Unwägbarkeiten nach Möglichkeit durch präzise Planung zu vermeiden suchen, verbringen manchmal ganze Wochen mehr oder weniger untätig damit, auf ein paar Sonnenstrahlen zu warten, die ihr Bildgut aufwerten. Das treibt zwar die Produktionskosten in die Höhe, ist aber immer noch besser als das ganze Unterfangen einfach abzubrechen. Bei uns Amateuren stellt sich eine solche Situation ganz anders dar. Lange hieß es in solchen Fällen zumeist: Bild oder Nicht-Bild. Denn kaum jemand hat soviel Urlaub, um in der Nähe eines ansprechenden Motivs eine Schlechtwetterperiode abzuwarten. Ganz besonders nicht, wenn man in Gruppen reist, die unter zeitlichem Hochdruck von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten jetten. Da bleibt vieles entweder unfotografiert oder fällt der tristgrauen Stimmung eines Regentages abbildlich zum Opfer. Verzweifelung angesichts solcher wettertechnischen Reinfälle bleibt nur denen erspart, auf die nach der Rückkehr in heimatliche Gefilde ein lustig summender PC mit exquisiter Bildbearbeitungssoftware wartet. Denn mit Photoshop oder ähnlich komplex arbeitenden Produkten lässt sich fast schon die Nacht zum Tage machen. Allerdings noch lange nicht per Mausklick auf eine einfache Filterfunktion. Damit das Ergebnis auch vor kritischen Augen besteht, ist erheblich mehr Aufwand von Nöten. Die Arbeit mit Ebenen und unterschiedlichen Verrechnungsmodi ist vorprogrammiert.
In diesem Workshop lernen Sie, wie man die kalte Stimmung eines drögen Schlechtwetterbildes in eine eindrucksvoll warm anmutende Urlaubsimpression verwandelt.
Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.
Grundbearbeitung
Nicht jedes Motiv und jede Lichtstimmung eignet sich dazu EBV-technisch die Sonne nachträglich einzuschalten. Unser Beispielbild, das Sie natürlich auf der Heft- CD finden, wurde an einem regnerischen , leicht diesigen Spätnachmittag aufgenommen. Was man hier machen kann, ohne dem Betrachter die nachträgliche Manipulation überdeutlich vor Augen zu führen, ist, zu versuchen zunächst einmal eine leicht erwärmte Atmosphäre herzustellen. Zur besseren Nachvollziehbarkeit für eventuelle spätere Änderungen arbeiten wie hier statt direkt auf dem Original mit Einstellungsebenen. Dabei handelt es sich um Masken, mit denen Sie viele der Effekte der Einstellungsdialoge dynamisch auftragen können. Eine Anwendung der Einstellungen auf das Bild erfordert zwar weniger Speicherplatz, reduziert aber die zugrundeliegende Bildinformation.
![]() |
Legen Sie zunächst im Menü "Ebene" unter "Neu" eine Einstellungsebene an. Im folgenden Dialog entscheiden Sie sich für die Art "Tonwertkorrektur".
![]() |
Ein Klick auf den Schalter "Auto" im nächsten Dialog entfernt den "diesigen" Bildeindruck. Das Motiv tritt durch die so erzeugte Tonwertspreizung klarer hervor.
![]() |
Mit einer weiteren Einstellungsebene der Art "Farbbalance" entfernen Sie im ersten Schritt in den voreingestellten Mitteltönen den Blaustich, indem Sie den obersten Regler ein Stück in Richtung "Rot" schieben.
![]() |
Im zweiten Schritt wechseln Sie unten auf "Lichter" und ziehen hier den unteren Regler in Richtung "Gelb" bis der Lichteinfall leicht sonnig wirkt.
![]() |
Beachten Sie zur Verbesserung der Ergebnisqualität, den Schalter "Luminaz erhalten" einzuschalten. Mit einer dritten Einstellungsebene der Art "Farbton/Sättigung" verstärken Sie die im Bild vorhandenen Farben durch Verschieben des Sättigungsreglers in den positiven Bereich.
Himmel anpassen
![]() |
Natürlich kann man zur Wetterverbesserung kurzerhand einen strahlendblauen Himmel aus einem anderen Bild einbauen. Doch wirken solche Kombinationen nur selten harmonisch. Besser ist es, den Himmel entweder mit einem Verlauf oder mit sich selbst zu verändern. Die Verlaufsvariante funktioniert folgendermaßen: Wählen Sie den Himmelbereich zunächst mit einem Auswahlwerkzeug Ihrer Wahl möglichst präzise aus, legen eine neue, leere Ebene an und ziehen dort mit dem Verlaufswerkzeug einen Übergang von einem dunklen in ein helles Blau auf.
![]() |
Da uns die Künstlichkeit förmlich anspringt, verrechnen wir den Verlauf über den Ebenenmodus "Negativ multiplizieren" bei 100 Prozent Deckkraft mit dem ursprünglichen Himmel. Die dunklen Regenwolken haben nun eine leuchtend blaue Färbung angenommen.
![]() |
Eine dem Motiv entsprechendere Variante erzielen Sie durch Kopieren des Ursprungshimmels auf der Hintergrundebene mit der bereits erzeugten Auswahl, die Sie, falls sie nicht mehr aktiv sein sollte, über den Befehl "Erneut auswählen" aus dem Menü "Auswahl" wieder aufrufen. Setzen Sie die Kopie oberhalb der Hintergrundebene erneut ein und ändern den Ebenenmodus auf "Ausschuß" bei etwa 30 Prozent. Anschließend reduzieren Sie die Ebenendeckkraft des Verlaufs auf 50 Prozent. Nun sieht das Ganze aus wie ein natürlicher Sonnenuntergang.
Stimmungsverstärker
![]() |
Speichern Sie Ihr Zwischenergebnis und reduzieren Sie anschließend die Ebenen auf eine. Diese duplizieren Sie erneut, setzen den Verrechnugsmodus auf "Abdunkeln" und bearbeiten die mit dem "Gaußschen Weichzeichner" bei mittlerer Stärke.














Artikel kommentieren