Workshop: RGB-Tricks
Können Sie sich vorstellen, aus Rot, Grün und Blau 16,7 Millionen verschiedener Farben zwischen weiß und Schwarz quer durch die ganze Regenbogenpalette anzumischen? Nein? Ich auch nicht. Und dennoch geht es. Mehr noch: Es ist die physiologische Grundlage unserer optischen Wahrnehmung.
Unsere Augen erfassen das, was wir sehen, mit farbspezifischen Rezeptoren für Rot, Grün und Blau. Diese Rezeptoren nehmen die Helligkeitsunterschiede wahr und leiten die Information zum Gehirn weiter, das die Rot-, Grün- und Blauinformationen interpretiert und für unsere Wahrnehmung zu einem Farbbild zusammensetzt.
Demnach bildet der RGB- Farbrum für den Menschen die natürliche Wahrnehmung von Farbe. Dennoch erweist es sich als sehr gewöhnungsbedürftig in diesem Modus zu denken. Warum? Von Kindheit an lernen wir Farbe in der subtraktiven Variante kennen: Je mehr Farben ich zusammen mische, desto dunkler wird mein Ergebnis. Das Prinzip des Tuschkastens.
Der RGB Modus funktioniert genau andersherum nach dem additiven Farbprinzip: Je mehr Farben ich zusammen mische, desto heller wird mein Ergebnis. Das Prinzip der Lichtfarbe. Davon hat man in der Schule ja mal gehört, aber es gab für die meisten von uns nur wenig praktische Anwendung. Mit der zunehmenden Verbreitung der Digitalfotografie ändert sich das, denn alle Programme zur digitalen Bildbearbeitung arbeiten intern auf der Basis von RGB.
Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.
1. Grundlagen
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Ganz gleich ob über die CCDs einer digitale Kamera oder die eines Farbscanners eingelesen, zunächst liegt ein digitalisiertes Foto im RGB- Modus vor. Beim Digitalisieren der Farbinformationen erzeugen die Geräte drei unterschiedliche Kanäle, die die Anteile der Lichtfarben Rot, Grün und Blau wiedergeben.
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Dazu eine kleine Übung: Laden Sie zunächst das Landschaftsbild. Über die Kanalpalette des Bildbearbeitungsprogramms können Sie sich die einzelnen, als Graustufenbilder dargestellten Kanäle durch Anklicken anzeigen lassen.
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Um ein Gefühl für die Auswirkungen von Veränderungen in den einzelnen Farbkanälen zu erhalten, aktivieren Sie zunächst nur den Rotkanal, lassen sich dabei aber das vollständige Bild durch einen Klick auf das Augensymbol vor der RGB- Darstellung anzeigen.
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Danach rufen Sie die „Helligkeit /Kontrast“ im Menü „Bild“ unter „Einstellen“ auf und probieren durch Verschieben der Regler ein wenig herum.
Sie sehen, daß Sie über diese Techniken verschiedene Tageszeiten simulieren können oder das Ausgangsbild auf diese Art ganz leicht in eine abstrakte Grafik verwandeln. Darüber hinaus hat jeder einzelne Farbkanal bestimmte Spezifikationen, die auch bei anderen Bildbearbeitungsvorhaben nützlich sind.
2. Der Rotkanal
Der Rotkanal weist grundsätzlich die größte Kontrastwertvarianz auf. Wenn Sie wissen wollen, wo sich in einem Bild die hellsten und dunkelsten Werte befinden, schauen Sie sich zunächst einmal diesen Kanal an.
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Daneben hat er einen weiteren praktischen Nutzen bei der Umwandlung von Farb- in Graustufenportraits, wenn es darum geht, Hautunreinheiten abzumildern.
Das liegt daran, daß Hauttöne einen ausgeprägten Rottonanteil haben, diese Partien also im Rotkanal entsprechend hell wiedergegeben sind. Im Vergleich mit analogen Fototechniken entspricht dieses Vorgehen dem Einsatz eines Rotfilters vor dem Objektiv.
3. Der Grünkanal
Profis, die ihre Bilder nachschärfen wollen, wenden den Filter „Unscharf Maskieren“ nicht auf das gesamte Bild an, sondern nur auf den Grünkanal.
Unscharf maskiert auf allen Kanälen, das Ergebnis wirkt bereits unnatürlich.
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Interessante Effekte erzielen Sie auch, wen Sie den Grünkanal mit den „Gaußschen Weichzeichner“ bearbeiten. Das Bild ähnelt bei vorsichtiger Benutzung des Filters einer fotorealistischen Grafik.
4. Der Blaukanal
Ein Blick in den Blaukanal erstaunt den unerfahrenen Betrachter häufig. Hier sieht man Bildfehler, die einem bei der Betrachtung der RGB- Ansicht kaum aufgefallen sind, in brutaler Deutlichkeit: Das Störungsrauschen von minderwertigen Digitalkameras und Scannern sowie die Charakteristika der Körnigkeit analoger Filmemulsionen. Besonders gemein wird es, wenn Sie einen minderwertigen Abzug eines grobkörnigen Films mit einen Billigscanner eingelesen haben.
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Sind die Störungen nur mäßig schlimm oder auf wenige Tonwerte begrenzt, hilft es bisweilen, die betroffenen Partien ein wenig mit dem manuellen Weichzeichnugswerkzeug nachzubehandeln.
Hinweis: Wenn Sie sich als registrierter DOCMA-User einloggen, können Sie hier das Arbeitsmaterial zum Workshop herunterladen..















für diesen ganz tollen und wirklich wichtigen Workshop!
In der gebotenen Kürze konnten Sie leider nicht mehr erwähnen wie man die Korrekturen zerstörungsfrei durchführt.
Wirkt sich die Änderung in den Kanälen nur auf die kopierte und angewählte Ebene oder auf alle Ebenen aus.
Wenn ich die Kanäle dupliziere und dann verändere wie bewirke ich, dass genau diese für das RGB Bild verwendet werden?
mfg
mmuschke
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