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Workshop: Protokoll



Viele Jahre musste man sich im Photoshop damit begnügen, nur einen Schritt rückgängig machen zu können. Wer mehr Freiheiten haben wollte, mußte kreativ werden und seine Arbeit so organisieren, dass er die Möglichkeiten der Ebenentechnik quasi als eigene Undo-Funktion ausnutzt. Etwas beschwerlich, doch machbar. Es lag damals aber nicht nur am Unwillen der Programmierer die vorhandene Option zu erweitern, sondern vielmehr an den allgemein recht begrenzten Speicherressourcen zu Zeiten der ersten vier Photoshop Versionen. Erst mit der Verbreitung von Festplatten jenseits der Gigabytegrenze und einer Ausstattung von 64 und mehr Megabyte Arbeitsspeicher auch in kleineren Workstations waren die technischen Grundlagen für eine sinnvolle Umsetzung der multiplen Rückgängigfunktion gelegt. Denn schließlich ist ein im Photoshop entstehender Rückgängigschritt speicherintensiv. Schließlich muß bei der Anwendung eines Filtereffekts das ganze vorher vorhandene Bild irgendwo gespeichert werden. Der schnelle Arbeitsspeicher ist bei zwanzig oder mehr eingestellten Undo-Schritten schnell überfüllt und Photoshop lagert dann die Daten auf die Festplatte aus. Das kostet nicht nur Performance, weil Festlatten bekanntlich sehr viel langsamer sind als RAM, sondern füllt auch bisher ungenutzte Festplattenbereiche schnell mit Temporärdaten. Wer mehrere größere Bilder parallel bearbeitet, lernt nun schnell die Grenzen seiner Plattenkapazität kennen.


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.



1. Grundeinstellungen




Um die vorhandene Festplattenkapazität sinnvoll zu nutzen, bietet Ihnen Photoshop im Menü Datei unter Voreinstellungen die Option „Zusatzmodule & Virtueller Speicher“, mit der Sie bis zu vier logische oder physikalische Laufwerke zum Auslagern von Dateien freigeben können. Achten Sie dabei vor allem darauf, das Starlaufwerk nicht - wie voreingestellt - an erste Stelle zu setzen. Wenn Sie über mehrere Laufwerke verfügen, setzen Sie dort möglichst eine andere physikalische Festplatte ein oder wenigstens ein anderes logisches Laufwerk mit möglichst viel freier Kapazität. Zur Anwendung der Änderungen müssen Sie Photoshop beenden und anschließend erneut starten.


Zur Protokollpalette gelangen Sie, indem Sie im Menü Fenster den Befehl „Protokoll einblenden“ aufrufen. Über das Kontextmenü, das Sie mit einem Klick auf das kleine Dreieck am rechten Palettenrand aufrufen, gelangen Sie zu den Einstellungsoptionen. Ändern sollten Sie hier nur etwas, wenn Sie mit geringen Hardwareressourcen auskommen müssen und alle Abläufe optimieren wollen oder wenn Sie bei einem leistungsstarken System den Arbeitskomfort durch bis zu 99 Wiederholungsschritte erhöhen möchten. Für kleine Systeme sind auch drei bis fünf Undo-Schritte voll hinreichend und die Option, gleich nach dem Öffnen einen Schnappschuß des Ausgangsbildes anzulegen, ist auch eher Komfort als Notwendigkeit.





Neben den Einträgen, die Photoshop automatisch bei jeder Bearbeitung des Bildes anlegt, zeichnet es – solange eingestellt - einen Schnappschuß des Ausgangszustandes auf. Auf diesen können Sie während der gesamten Bearbeitung des Bildes zurückgreifen, ungeachtet der Anzahl der Änderungsschritte.



Um mit dieser Technik gleichsam Zwischenstufen der Bearbeitung zu speichern., auf die man später zumindest optional wieder zurückgreifen können möchte, kann man mehrere Schnappschüsse mit einem Klick auf den Befehl „Neuer Schnappschuß“ im Kontextmenü der Palette selbst erzeugen.


2. Schnappschüsse




Gerade für Anwendungen, bei denen das Ergebnis noch nicht in Vorfeld festgelegt ist, leistet diese Technik gut Dienste. Etwas schade, aber im Hinblick auf den damit verbunden Speicherhunger verständlich, ist die fehlende Option zum Abspeichern der Bearbeitungsschritte und der Schnappschüsse. Allerdings kann man sich mit einem kleine Trick zumindest die wichtigen  Stadien als ganze Dateien auf der Festplatte ablegen: Der Befehl „Neue Datei“ aus dem Kontextmenü erzeugt ein Dateienduplikat zu jedem Zeitpunkt der Bearbeitung.


3. Protokollpinsel




Neben der rein technischen Möglichkeit, Änderungen einfach nur zu speichern, gibt es auch noch kreative Anwendungen wie den Protokollpinsel. Mit diesem Pinsel können Sie einen vorherigen Zustand auf das aktuelle Bild auftragen. In unserer Beispieldatei haben wir zwei Schnappschüsse von verschiedenen Farbvarianten des Bildes angelegt und es anschließend mit dem Gaußschen Weichzeichner erheblich eingeweicht bis das Motiv nur noch schemenhaft zu erkennen ist.



Um einen vorherigen Zustand aufzutragen, aktivieren Sie zunächst den Protokollpinsel in der Werkzeugpalette.



Danach bestimmen Sie mit einem Klick vor den jeweiligen Schnappschuß welcher Zustand aufgetragen werden soll und legen gleich anschließend die Werkzeugspitze und die Werkzeugoptionen fest. Damit sich der Neuauftrag harmonisch in das vorhandene Bild einfügt, empfiehlt es sich, die Deckkraft des Werkzeugs erheblich zu reduzieren.



Natürlich kann man mit dieser Funktion auch Filtereffekte partiell auf ein Bild auftragen.

Öffnen Sie das Ausgangsbild erneut und wenden Sie einen Filter Ihrer Wahl darauf an. Wir haben uns für den Filter „Strichumsetzung“, den Sie bei den Zeichenfiltern finden, entschieden. Anschließend öffnen Sie im Filtermenü den „Verblassen“ Dialog und setzen die Deckkraft auf Null Prozent.



Legen Sie nun als Protokollpinselreferenz den Eintrag „Strichumsetzung“ fest und tragen Sie ihn wie oben vorsichtig auf das Bild auf. Ein Vorgehen in mehreren Schichten mit unterschiedlicher Deckkraft verbessert das Resultat.

von Christoph Künne
günanton schrieb am 11.02.2008 17:52
Dein Kommentar
Ich bin etwas verunsichert. Besteht das Arbeitsmaterial dieses Beitrags ausschließlich aus dem Foto des oder der Wollschals?

Mit freundlichen Grüßen
Günter Thomaschek
günanton schrieb am 11.02.2008 17:52
Dein Kommentar
Ich bin etwas verunsichert. Besteht das Arbeitsmaterial dieses Beitrags ausschließlich aus dem Foto des oder der Wollschals.

Mit freundlichen Grüßen
Günter Thomaschek
joerg-markert schrieb am 09.02.2008 11:00
Es wäre wirklich ganz toll, wenn es Ihnen auch gelingen würde die PDF-Version des Workshops so ins netz zu stellen, dass man sie öffnen und downloaden kann. Im Moment sehe ich leider nur eine leere Seite!!!???

Also, machen Sie es bald besser!

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