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Workshop: Infrarotfotografie




Eigentlich hat die Infrarotfotografie ihren Ursprung in der wissenschaftlichen Fachanwendung. Durch die Fähigkeit lange Lichtwellen jenseits des 700 Nanometerbereichs farblich wiederzugeben, macht sie vieles für das menschliche Auge Unsichtbare sichtbar. In der Botanik setzt man sie ein, um lebendiges von krankem oder totem Blattgrün zu unterscheiden. Gesunde Pflanzen reflektieren die Infrarotstrahlung und verfärben sich rot, kranke Pflanzen absorbieren die Strahlen und erscheinen blau. Auch die Kunstwissenschaft bedient sich der Technik. Farben, Pigmente, Tinten und andere Materialien, die für das Auge gleich aussehen, können sich auf einem Infrarotbild als unterschiedlich erweisen. So lassen sich zum Beispiel Übermalungen in einem zerstörungsfreien Prüfverfahren analysieren.

Der gestaltende Fotograf hat die Infrarotfotografie und ihre Gesetzmäßigkeiten eher dazu bemüht, seine bildnerischen Ausdrucksmöglichkeiten in den Bereich des Irrealen zu erweitern. Das Sammelsurium der Effekte eignet sich gut zur Umsetzung von Märchenstimmungen, Alptraumsujets oder Science-Fiction-Ideen. So kann man Landschaften in ungewohnte und interessante Tonwerte umsetzen, Sonnenscheinmotive zu Nachtaufnahmen machen, Himmel und Wasser verdunkeln, kurz gesagt man kann Bilder aufpeppen, die vielleicht etwas zu langweilig geraten sind.

Glücklicherweise braucht man, um derartige Gestaltungseffekte hervorzurufen, heute keine Spezialfilme mehr. Die in den meisten Fotogeschäften nur schwer erhältlichen Materialien müssen Sie zudem auch noch mit Farbvorsatzfiltern kombinieren um alle Effektvarianten erzielen zu können. Wir brauchen dazu nur unseren PC und Photoshop.


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.



1. Ohne Filter



Der Einsatz  von Infrarotmaterial ohne farbliche Vorsatzfilter bedingt zwei Effekte. Da Infrarotfilme verschiedene Wellenlängen des Lichts sichtbar machen, kommt es bei einer Belichtung ohne „aussperrende“ Filter zu einer Art Überinformation auf dem Bild. Das Objektiv ist nicht in der Lage, lange und kurze Lichtwellen gleichermaßen scharf abzubilden. Es entsteht ein Unschärfeschleier. Daneben kulminieren die Farbinformationen zu einem fast schon monochrom wirkenden Magentaton. Die Wirkung entspricht der landläufigen Vorstellung davon wie es auf fremden Planeten aussehen soll.

Um diesen Effekt zu simulieren, arbeiten Sie mit zwei Ebenen.  Duplizieren Sie zunächst die Hintergrundebene, indem Sie sie auf das kleine Abreißblocksymbol an der Unterseite der Ebenenpalette ziehen.



Anschließend verwandeln Sie die neue Ebene über den Kanalmixer, den Sie im Menü „Bild“ unter „Einstellen“ finden in ein möglichst flaues Graustufenbild. Beachten Sie dazu den kleinen Schalter „Monochrom“ zu aktivieren.



Das eben erzeugte Graustufenbild färben Sie mit dem Dialog „Farbton/ Sättigung“, den Sie an der gleichen Stelle im Menü „Bild“ aufrufen in schreiendem Magenta ein.



Mit dem Filter „Graußscher Weichzeichner...“ der sich im Menü „Filter“ bei den „Weichzeichnungsfiltern“ befindet, erzeugen Sie noch ein wenig Unschärfe.



Um die neu erzeugte Farbebene mit dem Ausgangsbild zu verschmelzen reduzieren Sie die Deckkraft.



Das endgültige Feintuning des Effekts nehmen Sie wieder mit dem Farbton/ Sättigungs-Dialog vor, in dem Sie die Sättigungsvariable anpassen.



2. Standard-Gelbfilter

Die typischen Infrarotbild-Ergebnisse erzielt man mit einem Gelbfilter der die blaue Stahlung absorbiert. Die Gesetzmäßigkeit für die Farbverschiebung kann man ganz grob folgendermaßen beschreiben: Infrarotstrahlung – zumeist von Grünpflanzen reflektiert – erscheint als Rot. Grün wird zu Blau, Rot zu Grün, Blau zu Schwarz. Gelb- und Hauttöne verblassen.



Im Photoshop regeln Sie all dies im Dialog „Farbton/ Sättigung“. Beginnen Sie mit der Bearbeitung der Grüntöne. Aktivieren Sie den Eintrag „Grüntöne“ im Bereich „Bearbeiten“. Unten im Dialogfeld sehen sie die bildliche Umsetzung ihrer Festlegung in Form von Schiebereglern zwischen zwei Spektren.



Verschieben Sie den Farbtonregler nach links bis im unteren Spektrum der ursprüngliche Grünbereich rot erscheint. Die Veränderung zeigt sich zwar schon im Bild, aber bei weitem noch nicht genug.



Um die Auswirkungen der Verschiebung zu erweitern, vergrößern Sie den Einflußbereich über die Schieberegler zwischen den Spektren.



Anschließend sind die Blautöne an der Reihe. Hier verfahren Sie analog zur letzten Farbverschiebung, nur daß Sie diesmal den Lab-Helligkeitswert herunterregeln, bis Sie einen fast schon nächtlich wirkenden Himmel haben.


Die Verringerung der Sättigung in den Gelbtönen, gibt dem Bild ebenso die infrarottypische Kühle, wie die Grünfärbung der Cyantöne.






3. Schwarzfilter

Die Verwendung eines Schwarzfilters erzeugt eine andere Dimension der Unwirklichkeit. Duplizieren Sie die Hintergrundebene wie oben beschrieben und verwandeln Sie das Duplikat anschließend via Kanalmixer in ein Graustufenbild.



Versuchen Sie das Ergebnis so grafisch wie möglich mit dunklem Himmel zu gestalten.



Verringern Sie die Ebenendeckkraft auf etwa 80 Prozent und färben Sie die neue Ebene dunkelrot ein. Ein wenig blau im Himmel sollte noch übrigbleiben.



Hinweis: Wenn Sie sich als registrierter DOCMA-User einloggen, können Sie hier das Arbeitsmaterial zum Workshop herunterladen..


von Christoph Künne
kobold_ir schrieb am 01.11.2007 23:35
so interessant der Artikel auch sein mag - mit Infrarot-Fotografie hat es leider wenig zu tun und auch mit der Bearbeitung hat es nur inderekt zu tun ...
ich möchte nicht zu kleinlich sein ... aber um die IR-Fotografie zu beschreiben und die Bearbeitung - dazu ist der Kommentarbereich leider zu klein ...
der beste Artikel dazu : "fine art printer" , Ausgabe 03/2007, s.56 , von Marc Volquardsen .
einige Kleinigkeiten :
infrarotes Licht wird von pflanzlichem Blattgrün (Chlorophyll)widergespiegelt und läßt z.B. Blätter in der digitalen Fotografie weiß erscheinen ( sog. " Wood-Effekt " , benannt nach R.W. Wood , der diesen Effekt im Jahre 1910 beschrieben hat).
Dies funktionieert aber nur mit Kameras , die eine gewisse IR-Durchlässikeit des Sperrfilters besitzen .
Sonst entsteht einfach ein Rotbild - das man natürlich in gewisser Weise so bearbeiten kann, dass ein halbwegs vernünftiges IR-Bild ensteht .
Ein gutes IR-Bild sieht in etwa so aus :http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/2513/display/10231530
www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/580335/display/9893488
oder auch in Farbe :
www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/580335/display/9100805

es tut mir leid, dass ich dem Thread so nicht zustimmen kann - aber ich hoffe, ich konnte ein bißchen zur Aufklärung beitragen .
mit freundlichen Grüßen
stefan
H. Sonntag schrieb am 25.10.2007 16:47
Dein Kommentar

würde gerne diesen Workshop
als PDF auf meinem Rechner speichern. Geht aber nicht.
Noch nicht eingerichtet nach dem "Big Crash"?

H. Sonntag
H. Sonntag schrieb am 25.10.2007 16:27
Dein Kommentar

Mal wieder eine tolle Möglichkeit, "künstlerisch" mehr aus den Bildern herauszuholen. Mit Docma kommen mir immer wieder spontane Ideen zu kreativer Entfaltung meiner schlummernden künstlerischen Fähigkeiten.

H. Sonntag

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