Workshop: Farbzugabe
Die für uns heute so eigenständig erscheinende Anmutung nachträglich kolorierter Schwarzweißbilder war ursprünglich nur eine Notlösung. Bis weit in die sechziger Jahre hinein waren Farbfilme und Farbabzüge eher eine Spielerei sehr gut verdienender Bevölkerungsschichten und nicht - wie heute - für jeden von uns ganz selbstverständlich. Wer weniger Geld hatte – und das waren die meisten – beschränkte sich bei den Familien- und Freizeitfotos auf Schwarzweißmaterial. Nur die absoluten Highlights des fotografischen Schaffens ließ man farblich nachveredeln. Diese Arbeit besorgten in der Regel klassisch ausgebildete Fotografen oder Retuscheure, die mit feinem Pinsel schichtweise und ganz vorsichtig hochverdünnte Eiweißlasurfarben auf den Papierabzug auftrugen. Wer diese Kunst selbst erlernen wollte, brauchte nicht nur die Spezialfarben, sondern auch jede Menge Geduld und viele Probebilder zum Vermalen.
Heute am PC ist dies alles einfacher geworden. Aber auch wenn man viel schneller zu brauchbaren Ergebnissen gelangt, erfordert die Arbeit ein recht hohes Maß an Sorgfalt und Genauigkeit.
Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.
1. Umwandeln
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Öffnen Sie zunächst das Ausgangsbild. Wenn das Foto wie in unserem Beispiel im Graustufenmodus vorliegt, müssen Sie es zunächst in ein Farbbild verwandeln, um es kolorieren zu können. Rufen Sie dazu im Menü „Bild“ unter „Modus“ den Befehl „RGB-Farbe“ auf. Ein Blick in die Kanalpalette zeigt nun statt einem Graustufenkanal drei Farbkanäle.
2. Schnell und schmutzig
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Ganz ähnlich wie die bei der analogen Vorgehensweise gibt es auch im Photoshop eine Möglichkeit das Bild direkt durch mehrfachen Farbauftrag sozusagen Schicht für Schicht einzufärben.
Beginnen Sie mit dem Hautton der Frau. Durch einen Klick auf das Feld der Vordergrundfarbe öffnen Sie den Farbwähler. Hier suchen Sie sich durch Kombination von Farbleisteneinstellung und einen Klick ins Farbfeld einen satten Orangeton aus, den Sie abschließend mit der OK-Schaltfläche bestätigen.
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Vor dem Farbauftrag müssen Sie noch ein paar Einstellungen vornehmen: Wechseln Sie zum Pinselwerkzeug in der Werkzeugpalette. Ein Doppelklick auf die Werkzeugschaltfläche öffnet die „Werkzeug-Optionen“, wo Sie die Deckkraft auf 10 Prozent und den Auftragsmodus auf „Multiplizieren“ stellen. In der Palette „Werkzeugspitzen“ suchen Sie sich eine dem Bildelement angemessene Größe für den Farbauftrag aus.
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Nun erst beginnen Sie mit dem Ausmalen der Hautpartie. Ein Tip: Durch das Einzoomen mit dem Lupenwerkzeug sehen Sie mehr und können so präziser arbeiten. Ist der erste Farbauftrag zu gering ausgefallen, malen Sie einfach noch einmal nach.
Der Nachteil dieser Methode wird schnell deutlich: Erstens trifft man zuweilen mehr als man will und zweitens wird das Ergebnis schnell fleckig. Daher empfiehlt sich , wen Sie höhere Qualitätsvorstellungen haben, die nachfolgend erläuterte Verfahrensweise.
3. Qualitätsarbeit
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Kehren Sie zunächst über den Befehl „Zurück zur letzten Version“ aus dem „Datei“ Menü zum Ursprungsbild zurück. Nach der erneuten Konvertierung in den RGB Modus rufen Sie über das Menü „Fenster“ die Ebenenpalette auf. Dort klicken Sie auf das kleine Abreißblocksymbol und erhalten so eine neue, leere Ebene.
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Auf dieser Ebene malen Sie wiederum mit dem Pinselwerkzeug allerdings bei 100 Prozent Deckkraft im Normalmodus die Hautfläche der Frau aus.
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Sofern Sie beim Ausmalen etwas zu weit gegangen sind, können Sie überschüssige Farbe mit dem Radiergummi aus der Werkzeugpalette wieder entfernen. Die eigentliche Abstimmung der Farbe auf das zugrundeliegende Bild nehmen Sie mit der Einstellung des Ebenenverrechnungsmodus und der Steuerung der Deckkraft vor.
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Sollte Ihnen der Hautton noch nicht ganz zusagen, verändern Sie ihn nachträglich mit dem Dialog „Farbton/ Sättigung“, den Sie im Menü „Bild“ unter „Einstellen“ finden.
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Wenn Sie noch präziser arbeiten wollen, läßt sich die Technik erweitern: Zunächst einmal sollten Sie für jedes zu färbende Bildelement eine eigene Farbauftragsebene anlegen. Damit Sie dabei nicht durcheinandergeraten lassen sich die Ebenen mittels Doppelklick auf das Ebenensymbol ihrem Zweck entsprechend benennen.
Den Bereich für den Farbauftrag kann man genauer festlegen, wenn man ihn vorab mit einer Auswahlmaske belegt. Legen Sie eine neue Ebene an und wechseln Sie anschließend vom Standardmodus der Bearbeitung in den Maskierungsmodus.
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Jetzt malen Sie wieder mit dem Pinsel den zu färbenden Bereich – in unserm Beispiel die Haare der Frau – mit der Maskierungsfarbe aus.
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Nach dem Zurückschalten in den Standardmodus sehen sie den Bildteil mit einer Auswahlmarkierung umflossen.
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Nachdem Sie die Auswahl im gleichnamigen Menü umgekehrt haben, wählen Sie als Vordergrundfarbe ein leuchtendes Gelb und rufen Sie danach im Menü „Bearbeiten“ den Dialog „Fläche füllen“ auf. Abschließend regeln Sie wieder über den Ebenenverrechnungsmodus, die Ebenendeckkraft und die Farbton/ Sättigungsdialog den Effekt des Farbauftrags.
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Fahren Sie auf diese Art mit jedem zu kolorierenden Bildbestandteil fort, bis Ihnen das Ergebnis zusagt.
Hinweis: Wenn Sie sich als registrierter DOCMA-User einloggen, können Sie hier das Arbeitsmaterial zum Workshop herunterladen..

















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