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Plug-in-Workshop: RedEyePro



Ach ja, die roten Augen! Wenn direkt geblitzt werden muß – also ohne die Möglichkeit, das Gerät etwa gegen eine helle Decke oder Wand zu richten und so eine weich gestreute Reflexion zu erreichen – kommen uns die Reaktionen der menschlichen (oder tierischen) Physiologie in die Quere.


Die Pupille hat gerade noch gedacht: Ziemlich düster hier, muß ich mal weiter aufmachen. Da kommt ohne Vorankündigung der Blitz, leuchtet durch das große Loch auf den Augenhintergrund (gut durchblutet, also schön rot), wird reflektiert, rast durchs immer noch offene Loch wieder raus, bis die Pupille endlich merkt: Hoppla, hell hier plötzlich, und zuschnurrt. Zu spät! Die Folge: Rote Augen bei Menschen, grüne etwa bei Katzen. Mit digitaler Unterstützung ist das Problem schnell behoben. Einfach so mit Photoshop auf unterschiedlichen Wegen, die wir Ihnen kurz vorstellen wollen. Wer häufig mit dieser Erscheinung zu tun hat, kann sich das Entfernen roter Pupillen mit Andromedas Plug-in RedEyePro erleichtern. Am Ergebnis ist nichts auszusetzen.


Hinweis: Dieser Workshop funktioniert mit Photoshop ab Version 5.5. Für größere Bildansichten bitte auf die Bilder klicken. Registrierte Mitglieder können das Arbeitsmaterial über den Link unterhalb des Workshops herunterladen.

Die Bilder, die Sie hier als Arbeitsmaterialien herunterladen können, dürfen ohne schriftliche Genehmigung der Autoren nicht für andere Zwecke als zum Nachvollziehen der Workshops eingesetzt werden.



Plug-in-Oberfläche

So sieht die Oberfläche des Plugins RedEyePro von Andromeda aus. Links sehen Sie das große Vorschaufenster, indem Sie mit Ein- und Auszoomen sowie dem Handwerkzeug navigieren können. Das hier aktivierte Augen-Tool läßt den weiß umrandeten Rahmen in der Vorschau erscheinen, aus dessen kreisförmigen Zentrum der Rotanteil entfernt wird; den Durchmesser regeln Sie an dem Schieber oben rechts für „Box Size“. Zusätzlich läßt sich eine durch die Pipette ermittelte Farbe bei Bedarf mittels des Rekonstruktionswerkzeugs wiederherstellen. Die Funktion des aktiven Werkzeugs wird in dem Feld links unten angezeigt.



Zu große Auswahl

Als Normfarbe, die es zu entfernen gilt, ist in RedEyePro Rot vorgegeben. Stellen Sie den Regler für „Box Size“ zu niedrig ein, bleiben rote Pixel am Rand der Pupille stehen, ist die Größe zu hoch definiert, werden auch angrenzende Bereiche von Iris, Augapfel und umgebender Haut entfärbt. Doch das läßt sich innerhalb des Plug-ins oder mit Photoshop korrigieren.



RedEyePro rekonstruieren

Das Plug-in bietet eine eigene, wenn auch nicht perfekte Lösung an, um unerwünscht entfärbte Bereiche wieder zu kolorieren. Allerdings greift es dabei nicht auf die dort ursprünglich vorhandene Farbe zurück, sondern auf eine, die Sie aus der Umgebung per Pipette aufnehmen. Unpraktisch dabei ist auch, daß die Kante der zentralen Kreisfläche, die dabei gefüllt ist, relativ hart ausfällt.



Mit Protokollpinsel rekonstruieren

Verwenden Sie das Plug-in aus einer Software wie Photoshop, die die Möglichkeit bietet, vorausgehende Bildzustände gezielt zu rekonstruieren, so bietet sich dieses Werkzeug als weitaus schneller und gezielter einsetzbar an. Wählen Sie dazu in der Protokoll-Palette einen geeigneten Zustand und malen Sie mit dem Protokollpinsel über die Bereiche, deren ursprüngliche Farbe Sie wiederherstellen wollen.



Novice Mode

RedEyePpro bietet Ihnen zwei Arbeitsmodi an, was angesichts der spezialisierten und damit beschränkten Funktionalität des Plug-ins etwas übertrieben wirkt. Die Oberfläche des alternativ zum bisher gezeigten „Expert“-Modes unterschiedet sich von der „Novice“-Version dadurch, daß hier weder Rekonstruktionen möglich sind noch die zu entfernende Farbe mit der Pipette gewählt werden kann.



Pupille auswählen

Bei sehr häufigem Einsatz kann sich das Andromeda Plug-in lohnen, zumal die Ergebnisse recht gut ausfallen. Haben Sie nur gelegentlich mit diesem Problem zu tun, reicht es dagegen aus, manuelle Verfahren einzusetzen. Beginnen Sie damit, die beiden roten Pupillen auszuwählen. Achten Sie darauf, daß keine weiteren rötlichen Bereiche mit selektiert sind, aber legen Sie die Auswahl auch nicht zu eng an.


Farbbereich auswählen

Mit dem Befehl „Farbbereich auswählen“ isolieren Sie nun – durch Klicken im Bild oder innerhalb des Vorschaufensters – die Pixel mit hohem Rotanteil. Die Anzeige der Maske in der Vorschau erlaubt eine ungefähre Abschätzung der richtigen Größe. In diesem Fall war die Auswahl aber noch etwas zu klein, was an den rötlichen Ring im die Pupille nach erfolgter Korrektur zu erkennen ist.


Auswahl vorbehandeln und abdunkeln

Statt nun den Eingriff von Anfang an zu wiederholen und in der Farbauswahl eine größere Farbtoleranz vorzugeben, erweitern Sie schneller die Auswahl um – hier – 1 Pixel. Damit der Rand nicht zu hart erscheint, weichen Sie die Kontur zusätzlich um 1 Pixel auf. Danach dunkeln Sie die Auswahl ab. indem Sie den Weißpunktregler des Tonwertumfangs weit nach links verschieben.



Grün- und Rotkanal

Eine weitere Möglichkeit der exakten Auswahl von roten Pupillen besteht darin, die Bereiche im entsprechenden Farbkanal mit dem Zauberstab zu selektieren. Schauen Sie sich die Kanäle nacheinander an; im RGB-Modus erscheint die rote Pupille am stärksten im Grün-Kanal (Strg-/Befehlstaste-2), im CMYK-Modus annähernd gleich dunkel in Kanal 2 und 3 (Magenta und Gelb). Wählen Sie dort die Pupille aus.


Entfernung per Sättigung und Lab-Helligkeit

Kehren Sie zurück zum Kompositkanal, in dem alle drei bzw. vier Farben angezeigt werden, rufen Sie „Farbton/Sättigung auf“ (Strg-/ Befehlstaste-U) und reduzieren Sie die Sättigung innerhalb der Auswahl auf Null. Anschließend senken Sie die Lab-Helligkeit mit dem unteren Regler. Gehen Sie dabei nicht bis ganz nach links, sondern kontrollieren Sie per Augenschein, wann die Pupille dunkel genug aussieht.



Vergleich RedEyePro, manuell und Original

Das beste Ergebnis bringt der Andromeda-Filter (oben). Wegen der aus allen rötlichen Pixeln berechneten Farbauswahl wird bei den manuellen Korrekturen der Durchmesser der Pupille minimal erweitert (Mitte) – eigentlich gar nicht so schlecht, weil große Pupillen sympathischer wirken. Und da ich die roten Augen – jetzt sei’s verraten – nachträglich ergänzt hatte, unten nochmal das Original zum Vergleich.



Nachfärben

Zum Schluß noch ein Trick, wie Sie entfärbte oder zu blasse Bereiche nachträglich mit Farbe versehen: Mitunter überstrahlt die rote Pupille einen Teil der Iris, nach der Umwandlung wird daher der dunkle Bereich zu groß. Wenn Sie mit dem Protokollpinsel rekonstruieren, legen Sie wieder rote Bereiche frei. Der Pinsel im Modus „Farbton“ oder „Farbe“ hilft Ihnen dabei, die Iris in der gewünschten Farbe zu tönen.


Produktbeschreibung

Photoshop-kompatibles Plug-in zur Entfernung von roten Augen, die beim Blitzen im Pupillenbereich von Menschen (und Tieren) entstehen. Pipettenwahl der zu entfernenden Farbe; Normfarbe Rot. Unerwünscht entfernte Farbe kann durch Füllen des Zentralbereichs ebenfalls nach Pipetten-Farbwahl rekonstruiert werden.

Hersteller: Andromeda, US-Preis: ca. 40 Dollar

Windows: 98/ME/2000/XP Macintosh: MacOS X und 9.x PDF-Handbuch in englisch

von Doc Baumann
Dr. Eddison schrieb am 02.06.2008 07:14
Schöne Anleitung!

Ihr schreibt:
"...zur Entfernung von roten Augen, die beim Blitzen im Pupillenbereich von Menschen (und Tieren) entstehen." Bei ungünstigen Blitzen entstehen bei Tieren (speziell bei Hunden) jedoch nicht rote sonder grüne Augen. Zumindest bei mir. :-)
Ich frage mich zwar immer noch warum das so ist, eine passende Abhilfe kann man sich ja aus dieser Anleitung hier ableiten.

Danke Euch!

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