Kodak Bildsensor kommt ohne Blitz aus
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Foto: 1000nerds.kodak.com |
Der Fotokonzern Eastman Kodak hat einen neuen Fotosensor für Digitalkameras entwickelt, dessen extrem hohe Lichtempfindlichkeit selbst bei sehr schwachem Licht zu guten Bildern führt. Durch eine neue Aufbaumethode des Imagesensors soll die Empfindlichkeit um bis zu viermal erhöht werden können. Dabei werde die Notwendigkeit, den Blitz auszulösen, nahezu eliminiert. Die Technik könnte in Handys ihr erstes Einsatzgebiet finden, soll sich jedoch am Gesamtmarkt durchsetzen, hofft das Unternehmen.
Durch die hohe Empfindlichkeit des Sensors reicht für die Belichtung ein Viertel der herkömmlichen Verschlusszeit aus, womit Verwackelungseffekte verhindert werden. Bei normaler Belichtungszeit hingegen können Bilder selbst in äußerst schwachem Licht ohne Blitz gemacht werden, wobei es dabei nicht zum typischen Bildrauschen kommt. Die störenden farbigen Punkte auf unterbelichteten Fotos stammen bei aktuellen Fotosensoren vom so genannten Dunkelrauschen. Es tritt auf, wenn kein Licht auf den Sensor fällt und somit keine Bildinformation vorhanden ist.
Bei aktuellen Fotosensoren fangen die einzelnen Pixel entweder Rot, Grün oder Blau auf. Dabei sind die Hälfte der vorhandenen Bildpunkte Grün-Detektoren, je ein Viertel für Rot und Blau zuständig. Die Anordnung beruht auf der so genannten Bayer-Matrix, die nach seinem Entwickler, dem Kodak-Techniker Bryce Bayer, benannt ist. Eine Software rekonstruiert das Bild aus den RGB-Informationen, die der Sensor liefert. Nahezu jede Digitalkamera ist heutzutage mit dem 1975 patentierten Bayer-Sensor ausgestattet. Der nun entwickelte, hochempfindliche Sensor beinhaltet zusätzliche panchromatische Sensoren, die nur die Helligkeit registrieren. Ein Zwölf-Megapixel-Sensor enthält dabei sechs Mio. panchromatische Pixel, drei Mio. grüne und je 1,5 Mio. rote und blaue Pixel. Mithilfe eines speziellen Software-Algorithmus wird wiederum das Farbfoto errechnet. Die verwendete Software ist natürlich etwas umfangreicher als jene von Bayer. Die Integration in bestehende Kameratypen soll allerdings ohne große Adaptionen machbar sein.
Die ersten fertigen Sensoren mit der neuen Technologie wird es 2008 geben. Kodak plant, sie auf zwei Arten zu vermarkten. Zuerst sollen die Sensoren in Eigenprodukten verbaut werden. Schließlich will man die Technik samt Software auch anderen Kameraherstellern anbieten. Diese Lizenzpolitik soll dem ehemaligen Riesen auf dem Sektor für Filmmaterial als festes Standbein dienen. Aufgrund der Neuausrichtung des Konzerns auf Digitalfotografie musste Kodak kürzlich einen erheblichen Rückgang beim Marktanteil hinnehmen. Wann Digitalkameras mit dem neuen Sensor am Markt erhältlich sein werden, ist bislang ungewiss.
Ein Interview mit den Entwicklern der neuen Technologie finden Sie im Kodak-Blog 1000nerds.com unter dem Titel Color Filter Array 2.0.
Quelle: pressetext.austria, Andreas List




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